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Space Pirate Captain Harlock: Kurzrezension

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Die Figur des Weltraumpiraten Harlock ist im deutschen Sprachraum kaum bekannt. Klar wissen viele Anime-Fans von wem die Rede ist, aber man hätte sich nie getraut, den Film offiziell ins Kino zu bringen und einem breiten Publikum vorzustellen – in Frankreich schon.

Leiji Matsumoto, der kreative Kopf hinter Anime-Weltraumopern wie Galaxy Express 999 und Space Battleship Yamato, hat die ikonografische Figur des freiheitsliebenden, für Gerechtigkeit kämpfenden, rebellischen Piraten erschaffen. Ohne viele Worte zu verlieren, steht er zwar für das Gute ein und widersetzt sich jeder Form von Bürokratie und festgefahrenen Institutionen, eigentlich findet er seinen Antrieb aber tief in seinem Herzen. Ein klassischer „romantic hero“, Kapitän der Arcadia und Anführer einer kunterbunten Mannschaft, die sich aus einer Mischung aus Spezialisten und Individualisten zusammensetzt. Matsumoto hat Harlock von 1977 – 1979 als Manga gezeichnet und auch als Anime-Serie auf die heimischen Bildschirme gebracht. Regisseur Shinji Aramaki (Appleseed Alpha) hat nun den Piraten 2013 mittels Motion-Capture-Technik am Computer wiederbelebt. Auch wenn Aramaki in seinen aktuellen Filmen nach einem realistischen Look strebt, so hat er die stilistischen Merkmale der Charaktere beibehalten und ein visuell herausragendes Weltraum-Spektakel erschaffen, das die Fans glücklich macht.

Space Pirate Captain Harlock will sich aber inhaltlich nicht in die Reihe bekannter Geschichten einordnen und versteht sich als Neuinterpretation eines Klassikers: Nach dem erfolglosen Versuch den Weltraum zu besiedeln, kämpft die Menschheit um des Recht auf Rückkehr zur Mutter Erde. Die „Gaia Sanction“ erklärt den Planeten bald als heilig und unantastbar, eine Entscheidung, die der Pirat Harlock nicht akzeptiert. Er will mit einem eigenen Plan den Neuanfang heraufbeschwören.

Obwohl einige Stellen der Geschichte nicht immer schlüssig sind, so beeindruckt die Auferstehung dieser Kultfigur mit seiner authentischen „Space-Opera“-Atmosphäre und den herausragenden Animationen. (Text: 1. Veröffentlichung: Deadline Magazin Nr. 46)

SpacePirateCaptainHarlock_coverSpace Pirate Captain Harlock
Land: Japan
Studio: Toei Animation
Regie: Shinji Aramaki
Drehbuch: Harutoshi Fukui, Kiyoto Takeuchi, Leiji Matsumoto
Synchronsprecher: (J): Shun Oguri, Maaya Sakamoto, Yu Aoi, u.a.; (E): David Matranga, Rebekah Stevens, Emily Neves, u.a.
Produzent: Rei Kudo, Joseph Chou, Yoshi Ikezawa
Musik: Tetsuya Takahashi
Laufzeit: 115 Minuten
Blu-ray bei CeDE normal / 3D
Blu-ray bei Amazon: normal / 3D
Verleih: Universum Film
Weitere Infos bei IMDB

 

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