Neuauflage: Heidi computeranimiert

Heidi3D_01Wie schon Biene Maja und Wickie erfährt nun auch Heidi eine computeranimierte Neuauflage vom Studio 100 Animation. Die Figuren erfahren kein Redesign, sondern sind lediglich digitale Adaptionen der klassischen Zeichentrickserie Heidi (1974) von Zuiyo Enterprise, die unter der Regie von Isao Takahata und unter anderem auch durch Mitarbeit von Hayao Miyazaki entstand. Inhaltlich orientiert sich die Neuauflage wieder an der bekannten Buchvorlage von Johanna Spyri. Entstanden sind bisher 39 Episoden à 26 Minuten unter der Regie von Jérôme Mouscadet.

Wir lassen den Trailer an dieser Stelle unkommentiert und setzten einfach noch einen Trailer der Original-Zeichentrickserie darunter:

flattr this!

  • http://www.gregormueller.net/blog/ Cratefruit

    Hm…ich finde, es ist jetzt kein Total-Ausfall. Dennoch, wenn man sich das Vorbild ansieht, erkennt man schnell, welches Level leider nicht erreicht wurde. 2D auf 3D zu übertragen ist natürlich keine einfache Sache, aber ich denke, es ist mehr verloren gegangen als nötig.

    Ich hab’ im Anhang mal zwei Vergleichsbilder. Die Original-Heidi wirkt wesentlich jünger, hat geradezu babyhafte Proportionen, ist etwas knubbelig – ein wenig wie das grandiose Charakterdesign von Lilo & Stitch. Dementsprechen sympathisch-unbeholfen bewegt sie sich bzw. wurde sie animiert. Toll auch, wie bei der 2D-Heidi die Finger fast nicht mehr zu sehen sind.

    Schade, all dies findet man in der 3D-Version leider nicht. Hier sind die Gliedmaßen viel zu lang (siehe Vergleich 2) und der Babyspeck ist nicht mehr vorhanden (vielleicht nicht mehr erwünscht..?). Schade, schade…

  • REIfilm

    Das Eine ist so billig produziert wie das Andere. Wer sich an die 70er Jahre erinnern kann, wird wissen, dass diese in Japan gefertigten Serien bei uns schlicht als Billig-Schrott abgetan wurden. Erst nachdem auch diese Kinderserien mit dem Begriff “Anime” einen offensichtlich lukrativeren Namen erhielten, wurden sie allmählich “aufgewertet”. Wirkliche Trickfilmkunst wurden sie deshalb noch lange nicht…..

    • http://www.gregormueller.net/blog/ Cratefruit

      Aha. Nur weil man günstig in Japan zeichnen lassen konnte, heißt das noch lange nicht, dass es Schrott war. Gerade durch den Kostendruck haben die Japaner die Vielfalt der Ausdrucksweise von Animationfilmen extrem erweitert. Was sie an Animationspasen der Charakter und Objekte einsparen, machen sie durch große und kleine Tricks beim Schnitt, Bildaufbau, Sounddesign, etc wett. Der künstlerische Gewinn (ja: Kunst!) ist groß, der Einfluss auf westliche Produktionen spürbar.

      Wir haben in den späten 80ern/frühen
      90ern Trickfilmserien wie “Die geheimnisvollen Städte des Goldes” oder
      “Es war einmal…” begierig aufgesogen und die sehen heute noch
      hochwertig aus. Von dem Begriff Anime haben wir erst sehr spät erfahren.
      Zumindest hier im Osten…

  • Severin

    Beim Zeichentrick funktioniert aber der gezeichnete Minimalismus und die Weglassung und trotzdem entsteht eine saftig grüne Alpenwiese, ohne jedes einzelne Gras, jede einzelne Blume zeichnen zu müssen. Bei Computeranimation funktinoiert gerade eben dies nicht. Eine grüne Fläche wird mit Plastik gleichgesetzt und wirkt unecht, Computeranimation darf also nicht weglassen, sondern muss detailliert die Szenerie nachbauen, was dann aber wieder zu aufwändig und zu teuer ist. (vgl. das Bonbon-Feld-CGI-Blumenwiese bei 0:22 und die gezeichnet minimalistische bei 0:06/07)

    Was die Produktion angeht, so sind die Anime mit 12 oder oft nur 8 Frames in der Sekunde natürlich Kostendrücker, trotzdem funktioniert der Zeichentrick besser, weil diese (fast) Standbilder in sich sehr ausdrucksstark sind, was bei der CGI-Version leider nicht der Fall ist. Ab 0:37 sind es einzelnen Bewegungsabfolgen die in sich nicht rund wiedergegeben werden, sondern aneinandergekettet mit Pausen: rollen, Kopf drehen, hinlegen.

    Hinzu kommt die “moderne” Kameraführung, die beim Zeichentrick zu aufwändig gewesen wäre (Berghang runter rutschen) in der gleichen Art umzusetzen. Vielleicht ist es ja auch nur die jämmerliche Synchrostimme oder einfach Geschmacksache.

    • Ralle

      Ich weiß nich… Ich kann mit diesen “kritischen” Äußerungen, die irgendwie immer alle gleich klingen, nicht so viel anfangen.

      Erstmal sind diese 3D-Neuauflagen alter Zeichentrickserien nicht für uns alternde Erwachsene gemacht, sondern für die Kinder von heute, die ganz andere Sehgewohnheiten haben als wir damals in den frühen 70ern. Wer das, was die alten Serien geboten haben, in den aktuellen Produktionen vermisst, kann doch die alten Original gucken.

      Desweiteren kann man bei Produktionen für das Kinderfernsehen nicht den Aufwand erwarten, den man von der Kinoleinwand her kennt. Ich arbeite selbst als 3D-Graphiker und kann das beurteilen.

      Den Kindern jedenfalls, mit denen ich über die neue Biene Maja und den neuen Wickie gesprochen habe, gefallen die neuen sowie die alten Serien und die Meinungen von Erwachsenen, die in ihrer Nostalgie gefangen sind, zählen hier nicht wirklich…

      Ach ja, im Detail habe ich dann auch Kritik: Die Synchronstimme von Gorm finde absolut furchtbar!